Halbjahrestreffen in Karlsruhe

27.-29. Mai 2011

Bericht als pdf.

Am Freitag, den 27. Mai fanden sich nach und nach um die 30 Mitglieder von Color Esperanza in den Räumen der KHG in Karlsruhe ein. Ziel: Das Halbjahresfazit. Nach unserer Neustrukturierung im November 2010 war es höchste Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, uns gut über die nächsten Schritte abzustimmen und aus dem persönlichen Treffen heraus neue Kraft und Motivation für den Sommer zu schöpfen, denn: ES STEHT EINIGES AN! Aber es kristallisierte sich auch deutlich heraus: Wir können sehr zufrieden sein, denn seit November ist vieles passiert und wir haben nach wie vor eine Unmenge von Ideen und Visionen für die nahe und fernere Zukunft…

Neustrukturierung_2011-05Evaluation des ersten halben Jahres nach der Neustrukturierung: Was läuft gut, wo können wir uns verbessern?

Neben guter, ernsthafter Arbeit in unseren einzelnen Arbeitsgruppen bekamen wir außerdem einen inspirierenden Vortrag über „Gerechtigkeit“ zu hören: Emily Schultz, Studentin aus Basel, stellte uns den „Capability Approach“ vor und setzte diesen in einen Bezug zu unserer konkreten Vereinsarbeit. Es war gut, unsere Vereinsarbeit zum ersten Mal von einer externen Person vorgestellt und evaluiert zu bekommen (nicht nur wegen des guten Ergebnisses dieser Evaluation)! Und ein weiteres Mal wurde uns Coloris vor Augen geführt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Gerechtigkeit“ ist und wie sehr es sich lohnt, an unseren Themen dranzubleiben.
Am Sonntag wurde es mal wieder Zeit für die Besetzung zweier wichtiger Posten: Christoph und Konstantin übernehmen die „Patenschaften“ für die beiden Freiwilligen, die ab August in Freiburg leben und arbeiten. Einfach toll, dass sich für solche zeitaufwändigen, verantwortungsvollen Posten immer wieder motivierte, begeisterte Coloris finden! Danke!

Benjamin_Jisela_2011Unsere Freiwillige Jisela im Gespräch mit Colori Benjamin

... und wieder ging ein fleischloses Wochenende in die Geschichte von Color Esperanza ein. Gewusst, dass eine Stadt wie Gent in Belgien mit ihren 240.000 Einwohnern mit einem Veggie-Day so viele CO2-Emissionen einspart, wie 18.000 Autos an einem Tag ausstoßen würden? (Mehr dazu hier)

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Michael Rodiger-Leupolz, der das letzte Mal als Referent der Fachstelle Freiwilligendienste/Friedensdienste an unserem Wochenende teilgenommen hat. Wir freuen uns aber trotzdem auf viel weiteren Austausch mit Dir und hoffen auf den ein oder anderen Besuch bei Color Esperanza-Treffen…!

Und jetzt: Motiviert und gestärkt geht’s auf ins zweite Halbjahr! Vamos!

Unterwegs auf Augenhöhe

Color Esperanza e.V. goes Reverse –

Von Benjamin Schwab
„Sie sind da! Sie sind da! Schnell alle in den Hof zur Begrüßung!“, tönt es durch das Treppenhaus. Gut 50 junge Menschen strömen aus dem Pfadfinderhaus in Gengenbach im Schwarzwald, um dem soeben vorgefahrenen dunkelblauen VW-Bus einen gebührenden Empfang zu bereiten. Marleni, Milagros, Evelyn und Maycol, die vier jungen Peruaner aus Lima und Sicuani (Süd-Peru), sind den Tränen nahe, als sie aussteigen und so euphorisch willkommen geheißen werden, ebenso die Wartenden. „¡Bienvenidos!“, „¡Qué emoción!“, „Zum Glück ist alles gut gegangen!“, ist zu hören.

Mittlerweile das dritte Jahr in Folge ist „alles gut gegangen“ und zum dritten Mal können wir vom Verein “Color Esperanza e.V.” mit unserem Programm “VAMOS!” junge Freiwillige aus Peru in Deutschland empfangen. Ein schöner Zufall, dass die Ankunft der diesjährigen VAMOS!-Freiwilligen genau auf das Wochenende der Jahreshauptversammlung und des fünfjährigen Vereinsjubiläums von Color Esperanza  gefallen ist.
Obwohl tausende deutsche Jugendliche jedes Jahr als weltwärts-Freiwillige, “Missionare auf Zeit” oder Friedensdienstleistende in die Länder des Südens fliegen, ist ein Freiwilligendienst in Deutschland für junge Menschen aus sogenannten Entwicklungsländern immer noch äußerst ungewöhnlich und mit unverhältnismäßig hohen Hürden verbunden.
Wir von Color Esperanza e.V. haben diese Hürden genommen und sind, mit aller Bescheidenheit, stolz darauf, wenn auch - oder gerade weil - der Weg bisher kein leichter war und weiterhin steinig ist.
Doch nun einmal von Anfang...


Color Esperanza e.V. wurde im Jahr 2006 von einer Gruppe ehemaliger Peru-Freiwilliger des Voluntario-Programms der Erzdiözese Freiburg gegründet. Damals wie heute verbindet uns die intensive Lernerfahrung eines Freiwilligendienstes in einer sozialen Einrichtung in Peru und die Frage, wie wir diese Erfahrungen nach unserer Rückkehr nach Deutschland teilen und fruchtbar werden lassen können.
Als kleine Gruppe begannen wir, Vorträge an Schulen und bei Eine Welt-Kreisen zu halten, um von unseren Erfahrungen zu berichten. Diskussionen über Armut und globale Ungerechtigkeit sowie der Wunsch, selbst einen Beitrag zu einer gerechteren Welt zu leisten waren von Anfang an Thema bei Color Esperanza e.V. Wir begannen uns in der „Kampagne Bergwerk Peru – Reichtum geht, Armut bleibt“ zu engagieren und bildeten uns auf verschiedene Weise entwicklungspolitisch weiter.
Mit jedem Rückkehrerjahrgang wuchs unser kleiner Verein. Bald stießen auch ehemalige Freiwillige anderer Entsendeorganisationen und in Deutschland lebende Peruanerinnen und Peruaner dazu. Und gewisse Fragen wurden mit immer größerem Nachdruck gestellt:

  • Wie kann man in der Entwicklungszusammenarbeit von globalem Lernen und Partnerschaft auf Augenhöhe sprechen, wenn die Strukturen immer noch asymmetrisch und von Paternalismus geprägt sind?
  • Warum haben deutsche Jugendliche die Chance, so wertvolle und bereichernde Erfahrungen in einem anderen Kulturraum zu sammeln, obendrein mit dem Anspruch entwicklungspolitischer Bewusstseinsbildung, und warum haben peruanische Jugendliche genau diese Chance nicht?

Gewiss, das sind Fragen, mit deren Beantwortung man ganze Bücherregale füllen könnte, Bücherregale die bereits existieren, die dennoch aber kaum zu Veränderungen geführt haben. So machte sich Color Esperanza e.V. auf den Weg, zuversichtlich unterwegs Antworten zu finden. Erste Konzepte wurden ausgearbeitet, Kooperationspartner und Fachexpertise gesucht. Eine Finanzierung war auch notwendig. In der Fachstelle Freiwilligendienste/Friedensdienste der Erzdiözese Freiburg, selbst langjährige Entsendeorganisation für deutsche Freiwillige nach Peru, fand Color Esperanza e.V. für die ersten Jahre einen starken Partner. Das    VAMOS!-Programmiv von Color Esperanza e.V. war geboren. Im September 2009 konnten die ersten beiden VAMOS!-Freiwilligen ihren Freiwilligendienst im Raum Freiburg antreten.
Mit Marleni, Milagros, Evelyn und Maycol sind in diesem Jahr zum ersten Mal vier junge Menschen aus Peru für ein Jahr nach Deutschland gereist.
Die VAMOS!-Freiwilligen wohnen für die Dauer ihres Dienstes in der Regel in deutschen Gastfamilien, was einen interkulturellen Austausch auf beiden Seiten fördert und den Jugendlichen hilft, rasch soziale Strukturen kennenzulernen und an ihnen teilzunehmen. Ihren Freiwilligendienst leisten sie in sozialen Einrichtungen, wie Kindertagesstätten, Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Krankenhäusern. Begleitend nehmen sie gemeinsam mit deutschen Jugendlichen an den FSJ-Seminaren von Caritas teil und bearbeiten auf von Color Esperanza e.V. speziell konzipierten Seminartagen explizit Themen des globalen Lernens. Ein mehrköpfiges Team des Vereins begleitet die Freiwilligen vor Ort und bereitet die Ankunft des folgenden Jahrgangs vor. Ausgewählt werden die Freiwilligen ca. ein dreiviertel Jahr vor Beginn des Dienstes derzeit über die Strukturen der Peru-Partnerschaft der Erzdiözese Freiburg. Eine ehemalige deutsche Freiwillige, die seit einiger Zeit in Peru lebt und arbeitet, bereitet sie über mehrere Monate hinweg intensiv vor.

Angesichts der großen Verantwortung gegenüber den Freiwilligen und des hohen Anspruchs von Color Esperanza e.V. an die Qualität des Programms einigten wir uns auf der Jahresversammlung 2010 (unsere “Zukunftskonferenz”) darauf, VAMOS! zum Herzstück unseres Vereins zu machen. Die übrigen Arbeitsgruppen konzentrierten sich fortan darauf, dem Programm zu zuarbeiten. Zur Finanzierung muss verstärkt Fundraising betrieben werden, eine aktuelle Website sowie Presseartikel sollen die Öffentlichkeit über unsere Arbeit informieren. Die politische Arbeitsgruppe organisierte zudem in diesem Herbst ein Wochenendseminar zum Austausch und zur Vernetzung mit anderen Rückkehrervereinen und Fachleuten, um nach Möglichkeiten zu suchen, Reverse-Programme in Deutschland auf ein breiteres, auch politisches, Fundament zu stellen.
Der Ausdruck VAMOS!v war für Color Esperanza e.V. von Anfang an Programm. Doch ist es uns wichtig, dass dieses “Gehen” und “Dinge anpacken” kein blindes, zielloses Losrennen ist, sondern vielmehr ein enthusiastisches, aber aufmerksames Voranschreiten. Das VAMOS!-Programm, wie es heute besteht, ist nicht die Antwort auf all unsere Fragen, aber es ist eine Antwort, die wir so momentan geben können. Viele neue Fragen stellen sich uns immer wieder auf diesem Weg. Für neue Antworten und Anstöße sind wir jederzeit offen und dankbar. Derzeit befindet sich Color Esperanza e.V. beispielsweise intensiv auf „Partnersuche“ in Peru. Wir suchen zivilgesellschaftliche Organisationen bzw. politisch aktive NGOs in Peru, die Interesse haben, ein gemeinsames Freiwilligenprogramm mit uns weiterzuentwickeln, um echte Augenhöhe herzustellen und paternalistische Strukturen weiter abzubauen.


Wir sind davon überzeugt, dass junge Menschen aus unterschiedlichen Erdteilen und mit unterschiedlichsten Lebensgeschichten, die sich auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen, nachhaltig zur Entstehung einer globalen Zivilgesellschaft und einer sozial gerechteren Welt beitragen. Darum tun wir, was wir tun: Vamos!

Jahreshauptversammlung 2011

21.-23. Oktober in Gengenbach

Bericht als pdf.

Abb. 1: Color Esperanza – in Farbe und „natürlich“, wie gewohnt.
Abb. 1: Color Esperanza – in Farbe und „natürlich“, wie gewohnt.

Seit der „Zukunftskonferenz“, unserer Jahreshauptversammlung 2010, ist ein Jahr vergangen ? ein Jahr voller Veränderungen! Es war wieder Zeit, gemeinsam zurück-, aber auch vorauszublicken:
Am Freitag, den 21. Oktober versammelten sich über 50 Mitglieder von Color Esperanza in Gengenbach und unsere Jahreshauptversammlung konnte beginnen. Vor etwa einem Jahr hatten wir uns entschlossen, das Vamos-Programm zum „Herzstück“ des Vereins zu machen. Aber was sich genau daraus entwickelte würde, sollten wir erst während des Jahres erfahren: Die neue Vereinsstruktur ist zu einer großen Bereicherung geworden!
Sie hilft uns, Aufgaben besser zu verteilen und aus den verschiedenen Gruppierungen heraus das Vamos-Programm gezielt zu unterstützen. Mit unserer Homepage, Zeitungsartikeln und Radiobeiträgen informieren wir die Öffentlichkeit über unsere aktuelle Arbeit. Die politische Arbeitsgruppe organisierte zudem diesen Herbst in Berlin ein Wochenendseminar zum Austausch und zur Vernetzung mit anderen Rückkehrervereinen und Fachleuten, um nach Möglichkeiten zu suchen, Reverse-Programme in Deutschland auf ein breiteres, auch politisches Fundament zu stellen. Außerdem gab es kreative Aktionen, um das Vamos-Programm zu finanzieren: das Weihnachtslieder-Singen auf dem Weihnachtsmarkt in Freiburg, der empanada-Verkauf oder die „Peru Power Party“, die so erfolgreich war, dass sie unbedingt diesen November wiederholt werden wird. Zu guter Letzt wurde nun in Kooperation mit der der Katholischen Hochschulgemeinde Karlsruhe unser Reverse-Programm für 2 PeruanierInnen auf 4 ausgeweitet.
Diese haben wir gleich einen Tag nach ihrer Ankunft bei der Jahreshauptversammlung in Empfang genommen und mit ihnen unser fünfjähriges Vereinsjubiläum gefeiert.

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Abb. 2: Die vier peruanischen Vamos-Freiwilligen vor ihrem Abflug in Peru

Mit Blick auf das neue Vereinsjahr und den Herausforderungen, die sich mit vier Freiwilligen stellen, ist für dieses Jahr eine neue Arbeitsgruppe entstanden: Sie möchte den Kontakt mit peruanischen Institutionen herstellen, um mit ihnen gemeinsam Vorschläge zur Verbesserung der Gestaltung des Vamos-Programms herauszuarbeiten. Ziel ist es unter anderem, potentielle peruanische (!) Partner kennen zu lernen, welche die Auswahl und Vorbereitung der peruanischen Freiwilligen übernehmen, womit die peruanische Sichtweise weiter in den Mittelpunkt rückt. Davon profitiert nicht nur das Vamos-Programm, sondern es können auch paternalistische Strukturen abgebaut werden, was erst eine wirkliche Arbeit auf Augenhöhe ermöglicht.
Mit einer erneuerten Vereinssatzung, einem neuen Vorstand und neun Coloris starten wir wieder mit viel Energie in ein spannendes neues Vereinsjahr.

Abb. 3: Motivierte Coloris auf der Jahreshauptversammlung
Abb. 3: Motivierte Coloris auf der Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung 2013

Die diesjährige Jahreshauptversammlung fand wie fast jedes Jahr in Bühl-Neusatz im Haus Sonneck vom 8.11. bis zum 10.11.2013 statt. Freitagsnachmittags wurden die gerade aus Perú zurückgekehrten Freiwilligen begrüßt. Am Freitagabend fanden Coloris aus den unterschiedlichsten Teilen Deutschlands und der Welt den Weg zum Haus und der Abend wurde mit einem gemeinsamen Essen begonnen. Anschließend gab es ein paar Spiele, damit sich neue und alte Coloris besser kennenlernen und austauschen konnten. Die vier neuen Freiwilligen des VAMOS!-Programms von Color Esperanza stellten sich vor und berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen. Weiter ging es mit einem kurzen Jahresbericht aus den jeweiligen Gruppen des Vereins. Danach wurden das Licht aus und die Musik angemacht und eine schöne Fiesta mit viel Tanz und Gesprächen folgte

Presse

Hier finden Sie aktuelle Berichte über Color Esperanza und Vamos. Daneben stellen wir Ihnen aktuelle Presseinformationen sowie Fotos und unser Logo zum Download zur Verfügung.

Sie können uns jederzeit gerne kontaktieren, wenn Sie Fragen haben oder über Color Esperanza bzw. das Vamos-Programm berichten möchten:

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Wir freuen uns von Ihnen zu hören!

Dokumente

Informationsschreiben zu Color Esperanza e.V.

Logo

Flyer

Berichte

Bericht zum Jubiläum - 10 bunt bewegte Jahre (Oktober 2016)

Festzeitschrift zum 10-jährigen Juliläum (September 2016)

Jahreshauptversammlung 2013 (Dezember 2013)

Jahreshauptversammlung 2011 (Januar 2012)

Unterwegs auf Augenhöhe (Benjamin Schwab für die Zeitschrift der Infostelle Peru e.V., Oktober 2011)

Halbjahrestreffen in Karlsruhe 2011 (Mai 2011)

November 2010: Der Verein hat sich neu aufgestellt

Zeitungsartikel

23.09.2016, Badische Zeitung, Fest im Stadtgarten.

11.05.2016, Anja Bochtler, Badische Zeitung, Menschen von nebenan, Jesús Villalobos findet deutsche Jahreszeiten besser als peruanischen Dauersommer.

07.11.2014, Anja Bochtler, Badische Zeitung, Überrascht von den Problemen hier. Estefania Ninapayta Castillo aus Peru arbeitet ein Jahr lang als Freiwillige mit Kindern in Weingarten.

14.06.2012, Die Zeit, Nr. 25 S. 73 Austausch andersherum

02.11.2011, fludder: Color Esperanza: FSJ-Austausch zwischen Peru und Deutschland

06.09.2011, Badische Zeitung: Die Peru-Partnerschaft hat ein Gesicht

Radioauftritte

Sarah, Theresa und Christoph von Color Esperanza bei Radio Dreyeckland:
09.03.2011 Color Esperanza -Austausch in der Gegenrichtung (1)! (4.27 min)
09.03.2011 Color Esperanza -Austausch in der Gegenrichtung (2)! (10.03 min)
09.03.2011 Color Esperanza -Austausch in der Gegenrichtung (3)! (6.51 min)